GIK „Thesen zu revolutionären Betriebskernen, Partei und Diktatur“


Gerd Arnzt – 1931 Fabrieksbesetzung

In ihrer Broschüre Thesen zu revolutionären Betriebskernen, Partei und Diktatur stellt die rätekommunistische Gruppe Internationaler Kommunisten (GIK) ihre Position dar zu den neuen Inhalten und Formen, die die Bewegung der Arbeiter seit dem Ersten Weltkrieg angenommen hat. Die GIK löste auch die folgenden zwei Fragen der Kommunistischen Arbeiter Partei Deutschlands (KAPD), der Allgemeinen Arbeiterunion Deutschlands (AAUD) und Otto Rühles AAU-E:

  • Alle gingen davon aus, dass die künftigen Arbeiterräte aus der AAU hervorgehen würden, die fälschlicherweise als eine revolutionäre Massenorganisation angesehen wurde, die die Gewerkschaften ersetzt.
  • Sollten sich die Revolutionäre an Lohnkämpfen beteiligen?

In einem Brief kritisierte Anton Pannekoek (veröffentlicht in „Der Kommunist“, KAPD, Juli 1920) bereits die Auffassung der Arbeiterunion, wie sie u.a. im Programm des KAPD vertreten war. Diese Kritik taucht in den Positionen der GIK elf Jahre später wieder auf, als sie einen klaren Unterscheidung zwischen Massen- und Minderheitenorganisation machte. Dennoch behielt die GIC die Idee bei, zwei Minderheitenorganisationen zu haben, eine auf Betriebsebene und eine weitere auf regionaler Ebene.

Die parlamentarische Massenpartei und die Gewerkschaft haben als proletarische Kampforganisationen ausgedient. An die Stelle dieser permanenten Massenorganisationen tritt während offener Arbeiterkämpfe die Betriebsorganisation als allgemeine Versammlung der kämpfenden Belegschaft mit gewählten und abwählbaren Kampfkomitees. Nur in Zeiten von permanenten Arbeiterkämpfe erscheinen die Arbeiterräte als Koordination über größeren geographischen Flächen, die sich auch über längere Zeit behaupten können.

Die GIK beschreibt ferner die Funktion von zwei Minderheitenorganisationen, nämlich die der revolutionären Betriebskerne und der Meinungsgruppen (oder im Falle des zahlenmäßigen Wachstums die der revolutionären Parteien). Arbeitslosengruppen hatten nach Ansicht der GIK die gleiche Funktion wie die revolutionären Betriebskerne.

Im Gegensatz zu der neuen Massenorganisation, der Betriebsorganisation, konnten die revolutionären Betriebskerne und die Meinungsgruppen außerhalb des Kampfes bestehen um daraus Lehren zu ziehen und Ansätze zu neuen Kämpfen zu geben. Das bedeutete aber nicht, wenn die revolutionären Minderheiten so groß sein werden, daß sie sich nicht mehr als Gruppen, sondern als Parteien bezeichnen, daß diese Parteien die Aufgabe hätten, die Macht zu ergreifen.

Bemerkenswert ist die direkte Verbindung welche die GIK zwischen der Assoziation freier und gleicher Produzenten nach der proletarischen Revolution und der proletarische Autonomie in den tagtäglichen Kämpfen um direkte Arbeiterinteressen zieht. Als Marxisten zieht die GIK diese Verbindung nicht auf Grund „eines Ideals wonach die reale Bewegung sich zu richten hätte“, sondern auf Grundlage der neuen Organisationsformen und der damit zusammenhängenden revolutionären Klassenziele der Massenstreiks und der Rätebewegung seit um die Wende zum 20. Jahrhundert.

Unsere Zeit unterscheidet sich in vielen Hinsichten von der Periode in der die GIK Lehren aus den revolutionären Arbeiterkämpfen von 1917 bis 1923 und der demokratischen, faschistischen und stalinistischen Konterrevolutionen zog. Die heutigen Revolutionäre müssen sich ihre Erkenntnisse selber erkämpfen, und zwar durch Begriff der gesellschaftlichen Kontinuität die uns verbindet, als auch durch Verständnis der Besonderheiten die uns von der vorherigen Geschichte trennen.

Zu den Text der GIK „Thesen zu revolutionären Betriebskernen, Partei und Diktatur

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