GIK, Versetzt die ganze Staatsmaschinerie ins Museum der Altertümer …

1930 erschien als Kollektivarbeit der Gruppe Internationaler Kommunisten (Holland) die inzwischen legendäre Schrift Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung.

Die darin ausgeführte Kritik der verschiedenen Theorien und Praktiken, die sich auf den Marxismus, den Anarchismus oder ganz allgemein den Sozialismus berufen, bezog sich auf die Schwachstelle der Arbeiterbewegung, die sich zum Ziel setzte, die Produktionsmittel in Gemeinschaftsbesitz zu bringen und nicht ahnte, dass mit dem Übergang zum »Gemeinschaftsbesitz« das Problem einer neuen Produktionsweise erst gestellt ist.

Verbunden mit ihrer Kritik war das Bemühen, die Lohnabhängigen zu ermutigen, an die Stelle der Regierung über das Volk ihre eigene unabhängige Verwaltung und Leitung der Produktionsprozesse zu setzen.

Die Gruppe Internationaler Kommunisten führte diese Bemühungen während des gesamten Jahrzehnts fort – von 1934 bis 1937 in ihrem theoretischen Diskussionsorgan für die Rätebewegung, der Internationalen Rätekorrespondenz, und dann von 1938 bis 1940 in der marxistischen Monatsschrift Radencommunisme, die auf Niederländisch erschien.

Die in dem hier vorliegenden Reader zusammengestellten Texte – u.a. zu Partei und Arbeiterklasse, zu Staatskapitalismus und Kommunismus, zu Anarcho-Syndikalismus und Rätebewegung – haben bis zum heutigen Tage nichts von ihrer damaligen Aktualität verloren.

Die in ihnen ausgeführten Argumente werden in der kommenden sozialen Revolution von entscheidender Bedeutung sein – wenn es darum geht, die Klasse der Lohnabhängigen zu ermutigen, die Leitung und Verwaltung von Produktion und Verteilung selbst zu übernehmen, indem sie die individuelle Arbeitszeit als Maß für den Anteil am Produkt der gesellschaftlichen Arbeitszeit durchsetzt.

GIK, Versetzt die ganze Staatsmaschinerie ins Museum der Altertümer, neben das Spinnrad und die bronzene Axt!

163 Seiten.

GIK, Versetzt die ganze Staatsmaschinerie ins Museum der Altertümer …

Ist Kabul das “Ende der amerikanischen Ära“?


Das vermeintliche „Ende der amerikanischen Ära“ ist in Wirklichkeit die journalistische Bezeichnung für einen Prozess, den wir in den letzten Jahren verfolgt haben:

1) Die USA steuern auf einen globalen Machtkrieg mit China zu, haben aber nicht die wirtschaftliche Kapazität, ihre imperialistischen Interessen in jedem Winkel der Erde militärisch zu verteidigen, während sie sich darauf vorbereiten.

Das eigene Militär aus den Kämpfen in der Region, die die Angelsachsen „Naher Osten“ nennen, herauszuhalten, ist zu einer Priorität und strategischen Notwendigkeit geworden.

2) Sie will ihren militärischen Druck auf die Grenzen Chinas konzentrieren und Gebiete aufgeben, in denen die Rentabilität der US-Militärpräsenz unter dem Gesichtspunkt des bevorstehenden Krieges geringer ist. Sie versucht unweigerlich, widerstrebende Verbündete zu disziplinieren, um einen Block zu bilden und die Kontrolle über die unruhigsten Regionen unter ihren Mitgliedern aufzuteilen, ohne die globale Hegemonie zu verlieren.

3) Aber es ist nicht einfach. Die vorherrschenden Kräfte sind heute, wie wir gesehen haben, die Zentrifugalkräfte. Es ist kein Zufall, dass bis vorgestern die USA-freundlichsten Länder die ersten waren, die die Vogelscheuche des „Endes der amerikanischen Ära“ in einer Prozession vorführten.

4) Was vorhersehbar ist, ist die „Entwestlichung“ regionaler Konflikte, auf die US-Think Tanks am Beispiel von Syrien und Libyen hinweisen. Konflikte, die bisher eingedämmt waren, wie die zwischen Marokko und Algerien im Maghreb, werden wahrscheinlich wieder aufflammen. Erst gestern brach Algier die diplomatischen Beziehungen zu Rabat ab. Und in Südamerika werden die Spannungen um Bodenschätze und der Kampf um die Kontrolle der Wasserwege immer deutlicher zu Tage treten.

5) Unterhalb dieser allgemeinen Bewegung legen die führenden Köpfe der US-amerikanischen und britischen Bourgeoisie den Schwerpunkt auf das, was „zu Hause“ geändert werden muss. Weit davon entfernt, das „Ende der amerikanischen Ära“ als eine Phase sozialer Veränderungen zu betrachten, geht es darum, eine Ideologie zu destillieren, die für den imperialistischen Krieg nützlich ist. Etwas, das so stark war wie der Antifaschismus zu seiner Zeit, der es erlaubte, „seine Söhne und Töchter zu opfern“ und die Bevölkerung als potenzielle Verbündete anzusprechen.

6) Alle anglophonen und chinesischen Analysten weisen auf Taiwan als möglichen kurzfristigen Auslöser für einen Frontalkrieg zwischen den USA und China hin. Die Anglophonen erwarten eine chinesische Invasion und sehen dies als einen Moment, in dem die USA ein Spiel wagen könnten, bei dem die Chancen auf einen Sieg größer sind, als sie in fünf oder zehn Jahren sein werden. Die Chinesen wiederholen das Drehbuch des wütenden Nationalismus des chinesischen Parteistaats.

In Wirklichkeit ist Taiwan jedoch alles andere als ein perfektes Szenario für die Amerikaner und der Zeitpunkt ist für Peking alles andere als akzeptabel. Washington hat es noch nicht einmal geschafft, Südkorea und Japan wirksam gegen China zu verbünden… und ist noch weit davon entfernt, seine Strategie in Europa diktieren zu können. Und vor allem erkennt es nicht, dass Chinas Strategie nicht darin besteht, nur wenige Kilometer von seiner Küste entfernt einen Weltkrieg auszulösen, sondern zunächst seine globale imperialistische Strategie zu konsolidieren, indem es die Konfliktherde weit weg von seinem Festland vervielfacht.

7) Was Kabul definitiv einleitet, ist nicht „das Ende der amerikanischen Ära“, sondern eine Phase, in der der Weltkrieg nun direkt als Horizont erkannt wird und in der wir eine neue Reihe von hochgradig internationalisierten regionalen Kriegen, eine Verschärfung der Tendenzen zu Handelskrieg und Protektionismus – die weitgehend durch den „Grünen Pakt“ entwickelt wurden – begleitet von einer immer offeneren ideologischen Erneuerung in Verbindung mit der Aussicht auf die Rekrutierung von Arbeitskräften für die Kriegsanstrengungen erleben werden.

Quelle: Communia, ¿Es Kabul el «fin de la era americana»?, 25-8-2021. Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Ist Kabul das “Ende der amerikanischen Ära“?

Afghanistan – Die USA ziehen sich zurück

Afghans waiting for their passports to leave the country, 14-8-2021. Photo by Paula Bronstein

Die immer wiederkehrende Phrase über den Rückzug der USA aus Afghanistan lautet, dass Washington es satt hat, die Welt zu überwachen, seine eigenen Soldaten in allen Teilen der Welt sterben zu lassen und Billionen von Dollar für die Finanzierung von NATO-Operationen auszugeben.
Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.
Die USA ziehen sich nicht zurück, weil sie ihre Ziele erreicht haben, wie Biden behauptet, sondern weil sie besiegt worden sind.

Nach 20 Jahren Krieg, 2.000 Toten und 2 Billionen Dollar Militärausgaben, ohne den geringsten imperialistischen Vorteil zu erlangen, haben sie sich zurückgezogen und das Feld den Taliban im Inland und China, Russland und der Türkei auf der internationalen Bühne überlassen.
Diejenigen, die behaupten, dass diese Thesen eines „gerechten“ amerikanischen Rückzugs, einschließlich des Plans einer „Exit-Strategie“ aus Afghanistan, eine taktische Lösung gegen China darstellen, irren sich gewaltig.

Es stimmt, dass China das strategische Ziel Nr. 1 ist, sowohl für die unmittelbare Zukunft als auch für die Zukunft, aber das Pentagon hat nicht mehr die Kraft, die es noch vor einigen Jahrzehnten hatte.
Die amerikanische Wirtschaft dominiert den Weltmarkt nicht mehr wie früher, ihre Zahlungsbilanz mit dem Ausland ist tiefrot.
Die Krise der niedrigen Profitraten, d.h. der niedrige Wert des produktiv investierten Kapitals, hat die Spekulation gefördert und die Realwirtschaft unter Druck gesetzt, so dass die Kosten für die Rolle des Weltpolizisten, d.h. die Kosten dafür, weiterhin das führende imperialistische Land im Universum zu sein, allmählich untragbar werden.
Es ist also besser, sich aus den gefährlichen Gebieten zurückzuziehen, in denen man nur verlieren kann (Irak, Syrien und Afghanistan), und sich auf begrenztere, aber strategisch wichtigere Ziele wie China zu konzentrieren.

Dies unterscheidet sich deutlich von der bereits erwähnten Vulgata.
Der Abzug der Amerikaner aus Afghanistan ermöglicht es Peking jedoch, mit den Taliban zu vereinbaren, dass sie sich nicht mehr in den Kampf gegen die Uiguren einmischen werden, im Gegenzug für politische Anerkennung und „großzügige“ Finanzmittel.
Sie ermöglicht es Russland, seinen Zugang zu Energie für China und Indien zu verbessern, und der Türkei, sich als Verhandlungspartner in Zentralasien zu präsentieren.

Auch Imperialismen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden und besiegt werden, machen Fehler oder sind gezwungen, Fehler zu machen.
Auf dem Boden einer Klassenreaktion geht leider nichts, es fehlt an allem.

FD, August 15, 2021

Quelle: Afghanistan – Gli USA si ritirano (IKT), übersetzt mit Hilfe von Deepl.com


Hermann Gorter zu Imperialismus, Krieg und proletarischer Internationalismus.

Afghanistan – Die USA ziehen sich zurück

Anton Pannekoek, ‚Arbeit und Muße‘

“Wenn die Arbeiter als Meister über die Maschinen verfügen und ihre Arbeit selbst regeln, wird es ihnen ein Leichtes sein, Ueberfluß für alle zu produzieren. Aber ihr wesentliches Ziel wird es sein, die Technik derart zu organisieren, daß sie wirklich die Menschheit von allem Druck befreit.”

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Anton Pannekoek, ‚Arbeit und Muße‘

GIK, Die Rolle der CNT in der spanischen Revolution (1931)

(CNT = anarcho-syndikalistische Gewerkschaft)

Asturian miners

I. Einleitung

Die Diktatur von Primo de Rivera und später von Berenguer war der letzte Versuch der feudalen Klasse die in verschiedener Weise schon mit kapitalistischen Elementen verbunden war die Verfügung über den Staatsapparat in der Hand zu behalten. Nur durch diesen Staatsapparat konnte der wirtschaftlich veraltete Großgrundbesitz noch die Macht behaupten.

Die Weltkrise stellte das Emanzipationsbedürfnis der spanischen Bourgeoisie immer dringender in den Vordergrund; sie war gezwungen, sich von allen feudalen Entwicklungsstörungen zu befreien und musste sich einen eigenen Staatsapparat aufbauen. Vom Proletariat gestützt gelang es der Bourgeoisie, die Herrschaft des Landadels zu brechen; die Monarchie wurde vernichtet und Alphonso XIII am 14. April 1931 verjagt. Am 15. April wurde die vorläufige republikanische Regierung mit dem katholisch liberalen Rechtsanwalt Alcala Zamora als Premier gebildet; es übernahmen darin, neben bürgerlichen Republikanern, auch drei Sozialdemokraten Minister posten. Wie wir auch in der russischen und deutschen Revolution wahrgenommen haben, wurden die Versuche von feudalen Gruppen, wieder einen Halt zu bekommen, leicht unterdrückt.

Zwei Umstände sind es, die dieser jungen, bürgerlichen Republik ernsthafte Schwierigkeiten bereiten. Die erste Schwierigkeit ist, dass die Bauern von Tag zu Tag unzufriedener werden, weil die Regierung sich nicht getraut, die erste Forderung jeder bürgerlichen Revolution, und zwar die Vernichtung des Feudalismus durch Aufteilung des Großgrundbesitzes, durchzuführen. Doch hierüber später. Nicht weniger schwierig ist die Situation durch die Tatsache, dass ein ziemlich bedeutendes Proletariat mehr und mehr Neigung verspürt, die proletarische Revolution auf die Tagesordnung zu setzen.

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GIK, Die Rolle der CNT in der spanischen Revolution (1931)

GIK, Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!

Gruppe Internationaler Kommunisten, Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen! Hermann Lueer (Hrsg.) 2021

111 Seiten, €5,35

Red & Black Books
ISBN 978-3-9822065-8-5

Die meisten Marxisten mögen Marx nicht. Zumindest mögen sie die ökonomischen Prinzipien der kommunistischen Gesellschaft nicht, die Marx aus seiner Kritik am Kapitalismus abgeleitet hat. Aber die meisten Marxisten kritisieren Marx auch in dieser Hinsicht nicht, sie ziehen es vor, ihn zu interpretieren.

Die „Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung“, die 1930 erschienene, inzwischen legendäre Schrift der Gruppe Internationaler Kommunisten, war sowohl eine detaillierte Darstellung der kommunistischen Produktionsweise, die Marx und Engels nur skizziert hatten, als auch eine fundamentale Kritik am Revisionismus der politischen Parteien, die sich auf Marx beriefen.

Das vorliegende Buch enthält eine Auswahl von Artikeln, die von den Mitgliedern der Gruppe Internationaler Kommunisten zwischen 1925 und 1936 in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht wurden und deren Kritik bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat.

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GIK, Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!

Buchausgabe von GIK, Pressedienst 1928-1933

Vorwort und Erwiderung

Gruppe Internationaler Kommunisten (Holland) : P.I.K. : Pressedienst der Internationalen Kommunisten-Holland, 1928-1933. – Transkribiert und herausgegeben von Hans-Peter Jacobitz und Thomas Königshofen; Mitarbeit von der Association Archives Antonie Pannekoek; €15,80.

„Buchausgabe von GIK, Pressedienst 1928-1933“ weiterlesen
Buchausgabe von GIK, Pressedienst 1928-1933

Max Hempel / Jan Appel, Das russische Wiederaufbauprogramm (1926)

Aus: Proletarier Jg. 1926, Heft 8/9 und 10, S. 151ff und 175ff

Im Mittelpunkt aller Debatten in der KPR stellen die Fragen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus. Wer über diese Dinge Klarheit gewinnen will, muss sich mit der jeweiligen Stellungnahme der Bolschewiki zu den Wirtschaftsproblemen befassen, denn diese Partei ist in Russland ja identisch mit der Regierungsgewalt. Die Basis der russischen Wiederaufbaupolitik ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der größte Teil der Industrie und das Verkehrswesen in staatlicher Regie befinden. Hier kommen alle Regierungsmaßnahmen direkt zur Auswirkung. Auf der anderen Seite aber besteht Privatbesitz der Bauern, des Handwerks und des restlichen Teils der Industrie. Außerdem ist Russland infolge seiner wirtschaftlichen Zurückgebliebenheit in hohem Maße von der kapitalistischen Umwelt abhängig. Wenn sich aus diesen tatsächlichen Bedingungen der Produktion die russische Wirtschaftspolitik ergibt, so muss die Einbettung der staatlichen Produktion in die bäuerische oder sonstige Privatwirtschaft untersucht werden, um das wirtschaftliche Programm der Bolschewiki, die forcierte Nep-Politik in das richtige Licht zu versetzen.

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Max Hempel / Jan Appel, Das russische Wiederaufbauprogramm (1926)