Iran: Schauprozess gegen den Sprecher des Arbeiterrats bei Haft Tapeh

TrialLabourActivistsIran
Esmail Bakhshi, ein Vertreter der Arbeiter der Haft Tapeh Factory workers (R), und die Bürgerrechtlerin Sepideh Qolian, ohne Datum.
Aus einer bürgerlichen Quelle, die Nachrichten und Kommentare über den Iran bringt, holten wir Nachrichten zu diesem Prozess. Wir verweisen unsere Leser auf diese  (englischsprachigen) Quelle: Anwälte fordern offenen Prozess gegen zwei iranische Aktivisten, die seit Januar im Gefängnis sitzen. Bitte lest dazu folgenden Kommentar von Arbeiterstimmen:

NICHT VERGESSEN: DAS VERSPRECHEN DES KAMPFES BEI HAFT TAPEH

Die obige Pressemitteilung aus bürgerlicher Quelle stellt den Kampf bei Haft Tapeh als gewerkschaftliche Aktion dar. Es wird nicht erwähnt, dass im Kampf selbst neben der illegalen Gewerkschaft (deren Rolle unklar ist) ein Arbeiterrat errichtet wurde. Dieser Rat sperrte die Arbeiter nicht in „ihr“ Unternehmen und seine „Selbstverwaltung“ ein, sondern rief zum Handeln auf und konnte den Kampf gegen die Nichtzahlung überfälliger Löhne auf das größte Stahlwerk der Region ausweiten. Dies machte den Arbeiterkampf in Haft Tapeh zu einem Vorbild für den Kampf um die Auszahlung von rückständigen Löhnen im gesamten Iran, ein Kampf, der immer noch andauert, zur Zeit auch von Eisenbahnarbeitern. In einer breiteren Perspektive war dieser Kampf der Höhepunkt mehrerer Wellen von internationalen Arbeiterkämpfen im Nahen Osten und auf der ganzen Welt. Der Kampf der Arbeiter, der sowohl auf die Folgen der Wirtschaftskrise für das Proletariat als auch auf die Folgen des imperialistischen Krieges abzielt. Wir haben mehrere Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. Siehe in Englisch: Iran: What after the repression of the Haft Tapeh workers and the steelworkers in Ahvaz?

Als Ergebnis des Prozesses wird die internationale Gewerkschaftsbewegung wahrscheinlich erneut bei den iranischen Behörden „protestieren“ und zu „Solidarität“ mit den Opfern der Repression aufrufen. Eine Repression, die weit über die in der Pressemitteilung erwähnte „Misshandlung“ hinausgeht; es geht um Folter und Vergewaltigung von Aktivisten, die das Regime nicht zu töten wagt, weil sie im Iran und international bekannt sind. Dieselben staatlichen Gewerkschaften und bürgerlichen Medien in den so genannten demokratischen Ländern des Westens, die erneut protestieren und angeblich Solidarität zeigen werden, haben die Streikwellen im Iran zuvor sorgfältig vertuscht. Sie befürchteten, dass die Arbeiter im Westen sehen würden, dass die Arbeiter trotz der Wirtschaftskrise, trotz Unterdrückung in der Lage sind, sich gegen deren Folgen zu verteidigen. Wie im Ersten Weltkrieg können nun die zunehmenden lokalen imperialistischen Kriege nur noch durch eine konsequente Fortsetzung des Klassenkampfes bis zur Zerstörung der bürgerlichen Staaten durch die Arbeiterräte gestoppt werden.

Der Zeitpunkt dieses Scheinprozesses wurde vom Ayatollah-Regime sorgfältig gewählt. Nach massiven Überschwemmungen in der Region von Haft Tapeh und inmitten der imperialistischen Spannungen im Persischen Golf. Insbesondere der amerikanische Druck auf den Iran erlaubt es dem Regime, die Schuld für das Elend der Arbeiter auf den „Imperialismus“ zu verlagern und Arbeiteraktivisten als dessen Komplizen zu präsentieren. Es ist jedoch fraglich, ob die Arbeiterklasse im Iran die Korruption und Selbstbereicherung sowohl der „reformistischen“ als auch der „konservativen“ Fraktion vergessen wird, ganz zu schweigen von den iranisch-imperialistischen Ambitionen der Revolutionswächter, die gleichzeitig unzählige Unternehmen aussaugen. Deshalb ist es von größter Bedeutung, dass die Arbeiter weltweit – in erster Linie die revolutionären Gruppen – sich nicht auf eine Seite des sich am Golf entwickelnden Krieges stellen, sondern den proletarischen Internationalismus und den Kampf gegen ihre eigene Bourgeoisie in den Vordergrund stellen. Siehe:  Persischer Golf: Eskalation der imperialistischen Spannungen, Kapitalismus bedeutet Krieg.

Iran: Schauprozess gegen den Sprecher des Arbeiterrats bei Haft Tapeh

Anton Pannekoek, 1909: Naturverwüstung

ob_a21d4f_chapeaux
Le Petit journal illustré, 8. November 1908. Bildunterschrift: „Zur Verzierung der Hüte schöner Damen. Wie Paradiesvögel in Neuguinea gejagt werden.

Vielfach begegnet man in naturwissenschaftlichen Schriften bewegte Klagen über die zunehmende Waldverwüstung. Dabei ist nicht allein die Freude massgebend, die jeder Naturfreund am den Wald empfindet. Es kommen wichtige materielle Interessen, sogar Lebensinteressen für die Menschheit hinzu. „Anton Pannekoek, 1909: Naturverwüstung“ weiterlesen

Anton Pannekoek, 1909: Naturverwüstung

A new ‚Digest‘ is out!

Screenshot 2019-07-18 at 11.02.27

This issue features two new article series and a contribution apropos of the rarely discussed topic of “euthanasia and assisted suicide”.

• The first part of the article series 250 years of capitalism aims at reconstructing the economic dynamic of the capitalist mode of production since the beginning of its industrial phase at the hand of an examination of carefully selected data and statistics. From a classical Marxist point of view, the first part demonstrates the evolution of the rate of surplus value, profit rates, real wages and annual working time, the share of wages, profit and land rent in the national income, for industrial capitalism’s historical hotbed, Great Britain (the United Kingdom).

• In the section Documents of the historical communist Left we present part 1 of a work from 1961 by Willy Huhn on the question of the communist party, in which the Leninist conception is contrasted by what Marx and Engels had advanced on this issue, through a close examination of their texts. Albeit advocated ad nauseam by the Stalinist counter-revolution, the ‘Leninist’ vision and methods are still influential in today’s political milieu of the communist Left, not in the last place with many who pretend to be in the vanguard of the “struggle for the party”.

• Apropos of a statement by ‘Nuevo Curso’ on a suicide case in the Netherlands, which has echoed a brief but intense media campaign that falsely presented it as a case of ‘state-sponsored euthanasia’, we have embarked upon an examination of this country’s mortality statistics in order to provide material for a discussion of rarely treated questions. Of course we have included this statement and our first reply as well.

The ongoing escalation of imperialist tensions and maneuvers over the Persian Gulf region, exacerbating the conflict between the USA and Iran and their respective allies, have inspired the Gulf Coast Communist Fraction (Florida, USA) and Internationalist Voice to issue a joint statement. We salute this effort by internationalists to jointly take a position on central issues like the question of war, while respecting eventual divergence. In an article on the ICT’s website, D.Saadati has advanced an elaborate analysis of this situation. Both have been included in this issue and are recommend for reading and reacting upon.

Read more in issue 2019-3.

A new ‚Digest‘ is out!

Staatssozialismus und Zwangsarbeit

Zwangsarbeit im Gulag

Die deutsch-niederländische Kommunistische Linke hat darauf hingewiesen daß der Bolschewismus Sozialisierung falschlicherweise als Verstaatlichung dargestellt hat, und daß die folgliche Unterwerfung der Arbeiterräte unter dem Sowjet-Staat zu einer Verschlimmerung der Unterdrückung der Proletarier mit sich brachte. Diese staatssozialistische Idee war reformistischen Ursprunges und wurde schon vom alten Liebknecht und von Engels bekämpft (1). Weniger bekannt ist daß Anton Pannekoek als Teil der Bremer Linken in mehreren Artikeln den Staatssozialismus kritisierte (2). Wir veröffentlichen hier eine Transkription eines dieser Artikel, dem vom Mai 1913.
„Staatssozialismus und Zwangsarbeit“ weiterlesen

Staatssozialismus und Zwangsarbeit

Persischer Golf: Eskalation der imperialistischen Spannungen, Kapitalismus bedeutet Krieg!


Gemeinsame Stellungnahme von Gulf Coast Communist Fraction und Internationalist Voice (1)

In den letzten Monaten erlebten wir den Anstieg der imperialistischen Spannungen zwischen iranischen und amerikanischen Gangstern in der Region des Persischen Golfs. Einerseits gaben die USA bekannt, dass sie klare Beweise dafür erhalten haben, dass sich der Iran auf einen Angriff der US-Truppen im Nahen Osten vorbereitet. Die USA haben die USS Abraham Lincoln ausgesandt und gleichzeitig mehrere B-52-Bomber (den gefürchtetsten Bomber der Geschichte) in Katar eingesetzt, neue Truppen in die Region entsandt und…. andererseits haben wir zahlreiche Angriffe in der Region erlebt. „Persischer Golf: Eskalation der imperialistischen Spannungen, Kapitalismus bedeutet Krieg!“ weiterlesen

Persischer Golf: Eskalation der imperialistischen Spannungen, Kapitalismus bedeutet Krieg!

Willy Huhn „Karl Marx gegen den Stalinismus“

Was Marx und Engels unter „Kommunismus“ verstanden

Kom01

In 1950 erschien folgender Artikel in Pro und Contra ; Weder Ost noch West – eine ungeteilte sozialistische Welt! Darin belegt Huhn, mehr als in den hier viel gelesenen Text Zur Lehre von der revolutionären Partei, die Stellung von Marx und Engels zu Fragen des Sozialismus/Kommunismus, der Assoziation freier und gleicher Produzenten und der Organisation des Proletariats und der Kommunisten.

Weiter zum Artikel Karl Marx gegen den Stalinismus : Was Marx und Engels unter „Kommunismus“ verstanden / Willy Huhn, 1950, bei aaap.be.

Willy Huhn „Karl Marx gegen den Stalinismus“