Von Bündnissen mit kapitalistischen Staaten bis zur Zerschlagung der Kronstädter Matrosen durch den bolschewistischen Staat

Die Position der deutsch-niederländischen kommunistischen Linken

Bolschewistischer Angriff auf Kronstadt

Die Sowjetmacht versuchte, Bündnisse mit verschiedenen Staaten der kapitalistischen Welt zu schließen. Durch die Vermittlung des in Deutschland inhaftierten Karl Radek wurden bereits im Herbst 1919 Kontakte zur Reichswehr und ihren Generälen,1 aber auch zu dem Millionär Walter Rathenau geknüpft, um die Möglichkeiten eines militärischen und wirtschaftlichen Bündnisses zwischen Deutschland und Russland zu prüfen. Bereits im Oktober 1919 stellte Radek unverblümt fest:

Die Möglichkeit eines Friedens zwischen kapitalistischen und proletarischen Staaten ist keine Utopie.2

Ein faktisches Bündnis, das sich gegen den Versailler Vertrag und die Alliierten richtete, wurde 1920, während des Russisch-Polnischen Krieges, geschlossen: Deutschland gab eine „Neutralitätserklärung“ ab, die das Verbot des Transits von für Polen bestimmter alliierter Munition durch sein Territorium bedeutete. Mit den alliierten Ländern wurden Handelsabkommen angestrebt und erreicht: Am 16. März 1921, zur Zeit der Ereignisse in Kronstadt, wurde zwischen Großbritannien und Russland ein Handelsabkommen geschlossen. Der modus vivendi zwischen der kapitalistischen Welt und dem Sowjetstaat, der zuvor von Pannekoek angeprangert worden war, wurde allmählich zur Realität. Der Vertrag von Rapallo von 1922 nahm Gestalt an.

Aber das Beunruhigendste war die fortschreitende Unterwerfung der Kommunistischen Internationale unter die nationalen Ziele des russischen Staates. Letztere neigte dazu, ihre eigenen Interessen gegenüber den revolutionären Interessen der Internationale in den Vordergrund zu stellen. Die Türkei bietet ein eindrucksvolles Beispiel für diesen Antagonismus. Bereits 1919 waren in Berlin, wiederum über die Vermittlung von Karl Radek, Kontakte zwischen der bolschewistischen Regierung und dem türkischen Nationalistenführer Ismail Enver Pascha (1881-1922) geknüpft worden, der für das Massaker an den Armeniern im April 1915 verantwortlich war und nach dem Fall des Osmanischen Reiches nach Deutschland geflüchtet war. Enver Pascha hatte sich selbst zum „Freund des Bolschewismus“ erklärt, aber am Ende verriet er seine „Freunde“, indem er 1921-1922 einen bewaffneten muslimischen Widerstand organisierte, um den „Kommunismus“ zu vernichten, und sich dabei auf die türkischsprachigen Völker Zentralasiens stützte.3

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Von Bündnissen mit kapitalistischen Staaten bis zur Zerschlagung der Kronstädter Matrosen durch den bolschewistischen Staat

Die IKT über Kronstadt -1921 und die KPR (b)

Zentristische Lektionen, beschränkt und mit Zweideutigkeiten

Eine Kritik von Hannibal an IKT, Der Kronstädter Aufstand: Einhundert Jahre Konterrevolution

Pantopolis übernimmt den Text der IKT in französischer Sprache:  “Le soulèvement de Cronstadt“.

Das französische Original auf der IKT-Website: https://www.leftcom.org/fr/articles/2021-03-14/cronstadt

Pantopolis schreibt: „Die Internationalist Kommunistische Tendenz (IKT) hat gerade einen sehr willkommenen Artikel über die Bedeutung und die Lehren des Kronstädter Aufstands und der Niederschlagung der Matrosen im März 1921 veröffentlicht. Wir geben unsere Übersetzung zur möglichen Diskussion.
Pantopolis, 18. März 2021“

Ich präsentiere eine Synthese, in der ich mich auf das Wesentliche beschränke. Weitere Informationen finden Sie in den verschiedenen Texten am Ende, vor allem aber in den Büchern der Inter-Rev-Ausgaben, die methodisch ausreichend in die Tiefe gehen:
https://edicionesinterrev.wordpress.com/

Weiter zum Text von Hannibal

Die IKT über Kronstadt -1921 und die KPR (b)

Anton Pannekoek, ‚Die Arbeit im Sozialismus‘

❝Wo jedoch die Gemeinschaft die Organisation der Arbeit selbst entwerfen, beschließen und durchführen muß, durchschaut und weiß sie auch, was sie schafft. Und jedes Mitglied der Gemeinschaft, weil es mit diskutiert, beschließt und ausführt, hat Teil an dieser Erkenntnis.❞

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Anton Pannekoek, ‚Die Arbeit im Sozialismus‘

Die G.I.K. zur Gründung der 4. Internationale und ein neues 1914

Randbemerkungen zu dem am 27/28 Aug. 1933 in Paris abgehaltenen Kongress zur Gründung einer 4. Internationale

“Russland kämpft an der Seite von kapitalistischen Bundesgenossen.
Darum kann die Verteidigung Sowjet-Russlands jetzt nicht mehr auf das Programm einer proletarischen Internationale stehen. Es würde nichts anderes bedeuten, als sich einsetzen für den Sieg der mit Russland verbundenen Staaten. Und doch stellen die Befürworter der 4. Internationale sich noch auf diesen Standpunkt.”

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Die G.I.K. zur Gründung der 4. Internationale und ein neues 1914

A. Pannekoek, “Gegen die Reaktion” (1921)

Wir schreiben 2021. Wie in 1921 wird den Arbeitern eingehammert der Faschismus (damals die ‚Reaktion‘) stelle die grösste Gefahr dar, uns daher soll die bürgerliche Demokratie verteidigt werden. Vor 100 Jahren waren es aber die sozialdemokratischen Regierungen die sich der ‚Reaktion‘ von Junker und Freikorpse bedienten um mehrere Arbeiteraufständen niederzuschlagen. Als die Sozialdemokratie die Arbeiterklasse mit Hilfe der demokratischen Illusion total betäubt hatte, schob das Kapital in 1933 die Demokratie zur Seite und übergab die Staatsmacht den faschistischen Banden die aus die Freikorpse entstanden waren.
Anton Pannekoek analysiert im folgenden Artikel – wahrscheinlich der letzte biss 1927 – wie die KPD diese Politik nich irrtümmlicherweise stützte, aber dass die Bolschewisten dahinter standen um ihre Staatsmacht zu festigen.

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A. Pannekoek, “Gegen die Reaktion” (1921)

Adbullah Öcalan bereichert die Protokolle der Weisen von Zion

Seit 1999 inhaftiert, zum Tode und dann zu lebenslanger Haft verurteilt, wird Abdullah Öcalan, Führer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), von der französischen und internationalen Linken und extremen Linken als „libertärer“, „feministischer“ und „ökologischer“ Denker dargestellt. Nicht weniger! Trotz dieser sehr schmeichelhaften Hinweise schrieb der unantastbare Öcalan im April 2010 dennoch zwei Artikel, in denen sein wahnhafter Antisemitismus und seine Verschwörungtheorie deutlich hervortreten: „On Holocaust Remembrance“ und „Jewish Ideology, Capitalism and Modernity“. Diese Texte wurden in englischer Sprache auf der Website der iranischen Kurden (rojhelat.info) veröffentlicht, die die Positionen der PJAK, der Partei für ein freies Leben in Kurdistan, die eng mit der PKK verbunden ist, verteidigt.

Und seit dem Monat April 2010, seit zehn Jahren, haben sie keine Reaktion, keine Debatte auf dieser Seite hervorgerufen. Auch wenn diese beiden Artikel schlecht ins Englische übersetzt wurden (und wahrscheinlich auch in der Originalsprache schlecht geschrieben), steht ihr Antisemitismus außer Zweifel. Ist dieser offene Antisemitismus wirklich neu in Öcalans Denken und innerhalb der PKK? Ich bezweifle das, zumal die Genossen, die mir diese Texte übermittelt haben, mir sagten, dass sie schon seit Jahren von dem grassierenden Antisemitismus innerhalb der PKK gehört hätten, aber dem kurdischen Kampf nicht schaden wollten.

Yves, Dezember 2020 in Mondialisme.
Der komplette Text van sechs Seiten in englischer Sprache als PDF.

Adbullah Öcalan bereichert die Protokolle der Weisen von Zion

Unser digitales Kneipenquiz: Lenin in vielen Gestalten

Am 7. Juli (24. Juni) 1917 erschien in der bolschewistischen Prawda ein Artikel von Lenin, der bis heute relativ unbekannt geblieben ist. Unter dem Titel „Ist es möglich, die Arbeiterklasse mit Jakobinismus zu erschrecken?“ zeigt sich Lenin in verschiedenen und unterschiedlichen Gestalten. Zunächst in seiner ganzen Größe als Kämpfer gegen den interimperialistischen Ersten Weltkrieg, dann als Anhänger der Jakobiner in der Französischen Revolution und schließlich als Begründer der Diktatur über das Proletariat und des stalinistischen Terrors – in Trotzkis Terminologie: der Thermidor, Bonapartismus auf Russisch. Wer erkennt all diese Verkleidungen?

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Unser digitales Kneipenquiz: Lenin in vielen Gestalten