VW-China: “Den Deutschen ist es egal. Wir müssen selbst kämpfen!”

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„Die gleiche Arbeit, die Löhne ungleich!“ Arbeiterlosungen ausserhalb des VW-Werks in Changchun

For German original and English translation see gongchao.org

Der Artikel zeigt, wie Zeitarbeiter und Arbeiter mit befristeten Verträgen, sowohl in China als auch in Deutschland, gegen VW antreten für gleiche Bezahlung und unbefristeten Verträgen, wie VW-Arbeiter in Portugal und Polen Wochenendarbeit ablehnen. All dies steht vor dem Hintergrund des Dieselskandals und der damit beschleunigten Umstellung von VW auf Elektroautos … auf Kosten der Arbeiter. Gleichzeitig wird deutlich, wie das Kapital global zusammenhängende Produktionsketten geschaffen hat, gleichzeitig aber die Aufteilung der Welt in Nationalstaaten und die lokalen Repressionsmöglichkeiten nutzt. Der Kampf der Arbeiter als eine internationale Klasse mit den gleichen Interessen, ist auch ein Kampf um das Bewusstsein der Sinnlosigkeit der Berufung auf Gesetze, die das Kapital nur in seinem eigenen Interesse anwendet, von Appelle an Betriebsräten, die sich nur bemühen um die Verkettung der Mitarbeiter an die Logik der kapitalistischen Konkurrenz, die zB Stahlarbeiter in Ijmuiden stellt gegen Stahlarbeiter in Dortmund, oder Siemens-Arbeiter in Hengelo gegen die in Ostens Deutschlands. Auch die Flucht polnischer Arbeiter aus der Gewerkschaft Solidarność (die ihnen nach den autonomen Bewegungen in den 1980er Jahren innerhalb des gesetzlichen Rahmens fesselte) in einer weitere „Basisgewerkschaft“ zeigt dass noch viele Illusionen überwunden werden müssen um Platz zu machen für eine unabhängige Organisation für eigenen Klassenziele.
Schließlich werden Lesern die Arbeiterstimmen ein wenig kennen, klar sein, dass wir nicht von einem „Zusammenbruch des Sozialismus“ in Osteuropa (ebensowenig wie von ‘ehemaligen Sozialismus’ in China) sprechen, sondern von Staatskapitalismus.

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VW-China: “Den Deutschen ist es egal. Wir müssen selbst kämpfen!”

Die KAPD 1924: für ein neues Beginnen der Rätebewegung

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Novemberrevolution 1918: Revolutionäre Soldaten mit der Roten Fahne am 9. November vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Klar, nicht nur die Rätebewegung von 1918-1923 ist tot (totgeschlagen), auch der Rätekommunismus ist nur noch eine historische Wirklichkeit. Ein neues Beginnen der revolutionären Bewegung kann sich aber nicht in der Leere der heutigen Verständnislosigkeit der sogenannten ‘Linken’ entwickeln. Diejenigen die versuchen anzuknüpfen an die theoretischen Errungenschaften der Deutschen Kommunistischen Linken wollen wir hier aufmerksam machen auf eine Neuausgabe des Programms der KAPD (Tendenz Berlin) von Januar 1924. Hier folgen einige Fragmente und kritische Bemerkungen, die hoffentlich anregen zu weiterem Studium und zur Diskussion.

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Die KAPD 1924: für ein neues Beginnen der Rätebewegung

Vietnam: zwei bedeutende wilde Streiks

Vietnam ist und war ebensowenig eine ’sozialistische‘ oder ‚kommunistische‘ Gesellschaft
oder ein ‚bürokratisierter Arbeiterstaat‘ wie die ehemalige DDR.
Vietnam war und ist kapitalistisch aufgrund seine (äusserst blutigen!) Integration in der imperialistischen Aufgliederung der Welt, damals im Russischen Imperialismus, heute eine Stelle suchend inmitten der imperialistischen Rivalitäten im Chinesischen Meer.
Vietnam war und ist jetzt kapitalistisch auf Grund der Tatsache dass die Arbeitnehmer Lohnarbeiter waren und sind.

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Verschiedene streikende Arbeiter versammeln sich um einen zentralen Innenhof. Bild – flickr / @ iloasiapacif

Heute fliehen im Rahmen der ‚Globalisierung‘ ganze Industriezweige wie Textil und Bekleidung das ‚zu teuere China‘ und siedeln sich an in Myanmar, Kambodscha oder Vietnam. Die hunderttausenden junge Arbeiter, meist Frauen, lassen sich nicht mehr von der Parteidiktatur niederhalten und entfalten spontane Streiks zur Verteidigung ihrer Interessen als Arbeiterklasse.
Wenn die Arbeiter im Westen das verstehen als ein Vorzeichen einer wirklich proletarischen internationalen Solidarität, dann werden diese Streiks von welthistorischer Bedeutung sein. Das gilt speziell für die Arbeiter der ehemaligen DDR, unter denen Vietnamesen-Hass wie allgemeiner Fremden-Hass das Bewusstsein verdunkelt.
Seht euch doch euere Klassenbrüder und -Schwester in Vietnam an, und versteht dass ihr nur selber als Arbeiterklasse euere Interessen verteidigen könnt!

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Vietnam: zwei bedeutende wilde Streiks

Katalonien: Separatismus oder Arbeiterautonomie?

Arbeiter in Katalonien streiken, demonstrieren und bekämpfen die Polizei. Aber wofür? 

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Nicht zur Verteidigung ihrer unmittelbaren Lebensbedingungen, aber aus Empörung über die Arroganz des Spanischen Zentralstaates, der Brutalität seiner Polizei, seiner konservativen Regierung und des weltfremden Königs und deren Verachtung Kataloniens. Aber was heißt es wenn die Arbeiter aus Ekel gegen diese Arroganz an der Seite ihrer lokalen Ausbeuter und Unterdrücker kämpfen? Wie können die nicht Katalanisch sprechenden Arbeiter in Katalonien – Spanier wie Einwanderer verschiedener Nationalitäten – sich solidarisch verhalten zu dieser katalanischen nationale Einheit von Arbeit und Kapital? Um noch ganz zu schweigen von den Arbeitern im übrigen Spanien und in der Welt. „Katalonien: Separatismus oder Arbeiterautonomie?“ weiterlesen

Katalonien: Separatismus oder Arbeiterautonomie?

Frankreich: Gegen die Regierungsbefehle, nur eine Antwort: der Klassenkampf!

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12. September 2017 Paris

DIE MERKWÜRDIGE APATHIE DER GEWERKSCHAFTEN …

Unter dieser Überschrift beurteilte ein Journalist der Tageszeitung Le Monde am 1. September die Reaktionen der Gewerkschaften auf die Verordnungen der Regierung, nachdem andere Zeitungen von dem „seltsam gefilzten Klima“ gesprochen hatten, während den Beratungen des Sommers (1). Natürlich kennt diese Zeitung die Gründe für die Haltung der Gewerkschaftsapparate ganz genau: Sie sind keine Klassenkampforganisationen, sondern Organisationen die stolz sind, sich „Sozialpartner“ ebenbürtig an den Arbeitgebern zu nennen. „Frankreich: Gegen die Regierungsbefehle, nur eine Antwort: der Klassenkampf!“ weiterlesen

Frankreich: Gegen die Regierungsbefehle, nur eine Antwort: der Klassenkampf!

Die Wahlen und das ‚kleinere Übel‘

Die Bundestagswahlen in Deutschland nähern sich. Dabei wird von vielen befürchtet, daß die rechtspopulistische AfD viele Stimmen gewinnen wird (nach Vorhersagen: 9-10%). Die AfD wird als das ‚größere Übel‘ gesehen, weil sie als Sammelbecken von Flüchtlingshaß , Xenophobie und Neonazismus funktioniert.

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Manche Linken sehen Übereinkünfte mit den dreißiger Jahren, als Faschismus und National-Sozialismus in Italien, Deutschland und Spanien an die Staatsmacht gelangten. Sollte man daher nicht das ‚kleinere Übel‘ wählen? Entweder CDU, SPD, Grüne oder Die Linke? Schließlich stehe ja die Demokratie auf dem Spiel? „Die Wahlen und das ‚kleinere Übel‘“ weiterlesen

Die Wahlen und das ‚kleinere Übel‘

Rätekommunisten in Deutschland (SR und RKAB) und die Wahlen

Zweiter Teil einer Kritik der ‘Sozialrevolutionären’ Gruppen / Fredo Corvo

In seinem Artikel über die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich rief der RKAB, im Gegensatz zu fast allen historischen und aktuellen Gruppen der deutschen, holländischen und italienischen kommunistischen Linken, auf zur Wahlbeteiligung und zur Verteidigung der bürgerlichen ‚Demokratie‘ gegen den ‚Faschismus‘. Die verschiedenen Teile der kommunistischen Linken haben dagegen hervorgebracht, daß es genau die Verteidigung der ‚Demokratie‘ war, die in Italien, Deutschland und Spanien in den zwanziger und dreißiger Jahre den Faschismus zum Sieg verholfen hat.

Dem ist zu erwidern, daß der RKAB wenigstens den Verdienst hatte die Aktualität zu analysieren, auch wenn diese Analyse und die Stellungnahme grundlegend falsch waren. Wenn wir aber davon ausgehen können, daß Gruppen die sich als rätekommunistisch bezeichnen, im Gegensatz zu ihrem vorgetäuschten Alleingang, wenigstens einanders Veröffentlichungen in eigener Sprache lesen, dann haben die SR gewissermaßen beigetragen zu diesen Fehlern der RKAB. Erstens weil sie als Rätekommunisten vorab an ihrer Kritik am RKAB zu den verschiedenen Wahlen in Großbritannien, in den USA, in Frankreich und zu den Wahlen am 24. September in Deutschland, soweit uns bekannt, überhaupt noch nicht öffentlich Stellung bezogen haben. Zweitens haben die SR die ‚Aktualität des Faschismus‘ wiederholt falsch eingeschätzt. Drittens halten wir die ‚anti-politische‘ und ‚anti-demokratische‘ Argumentation der SR für Falsch. Viertens haben die SR in ihrer Kritik am RKAB die Frage der Wahlenthaltung nur teilweise angeschnitten und damit ihren Lesern eine weitere Bananenschale auf den Weg gelegt.

(aus der Einleitung zu „Rätekommunisten in Deutschland (SR und RKAB) und die Wahlen“

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Rätekommunisten in Deutschland (SR und RKAB) und die Wahlen