Basisstandpunkte Emancipación

logoNC-512-rojo-avataresDieses Blog enthält eine kleine Auswahl von den täglich erscheinenden Artikeln auf der spanischsprachigen Website Nuevo Curso in Übersetzung. Mitarbeiter dieser Publikation haben kürzlich Emancipación mitbegründet. Von dieser Gruppe stammen die folgenden Grundpositionen, die Klassengrenzen und eine kurze Geschichte der Kommunistischen Linken Spaniens.

Kapitalismus

Der Kapitalismus ist die erste Produktionsweise, die sich auf einen einzigen Stoffwechsel auf dem ganzen Planeten erstreckt. Sie basiert auf der Ausbeutung einer Arbeiterklasse – des Proletariats – durch eine besitzende Klasse, die Bourgeoisie.
Diese Ausbeutung hat kollektiven Charakter: Sie ist nicht die „Summe“ der Ausbeutung nach Unternehmen, Sektor für Sektor oder sogar Land für Land, sondern ein komplexes und universell ausgebreitetes System, das in all seinen Erscheinungsformen verbirgt, dass Kapital nichts anderes ist als unbezahlte Arbeit, die der Gesamtheit der Arbeiter in jedem Produktionszyklus entnommen wird.

Universelle Klasse

Das Proletariat ist die erste universelle Klasse. Erstens, weil es als Produkt eines Systems, das bereits den ganzen Planeten umfasst, universell erweitert ist und durch das gleiche und einzigartige Ausbeutungsverhältnis definiert ist: die Lohnarbeit. Es ist diese Ausbeutung, die es eine weltweite Interessengleichheit gibt. Zweitens ist das Proletariat die universelle Klasse, weil, wenn es als eine Klasse kämpft, es keine besonderen Privilegien beansprucht, die eine neue Form der Ausbeutung vorbereiten würden, sondern universelle, menschliche und allgemeine Bedürfnisse.

Kommunismus

Deshalb antizipiert der Klassenkampf des Proletariats eine Gesellschaft, den Kommunismus, in der die Produktion zu einer bewussten und kollektiven Aktivität wird, die nicht vom Kapital und seiner Logik der Akkumulation geleitet wird, sondern von der Befriedigung derselben menschlichen Bedürfnisse. Eine Gesellschaft ohne Staat und Mangel, ohne Kriege und Grenzen. Die kommunistische Perspektive ist in jedem der Ausdrucksformen des Kampfes der Arbeiter als Klasse präsent, unabhängig davon, ob sie sich entwickeln oder nicht. Deshalb ist das Proletariat die revolutionäre Klasse der kapitalistischen Produktionsweise, unabhängig von den Höhen und Tiefen seines Klassenbewusstseins.

KLASSENGRENZEN

Internationalismus

Solidarität des Weltproletariats als Einheit gegen den internationalen Kapitalismus. Solidarität sowohl in Ideen als auch in Handlungen, an erster Stelle gegen die Nation und den Patriotismus, die Kolonialländer einbegriffen. Es kann kein größeres Interesse geben als das des Weltproletariats, nicht einmal das eines Landes, in dem die Revolution gesiegt hätte. Die Internationalisten kämpfen mit gleicher Entschlossenheit gegen die beiden Konfliktparteien in lokalen imperialistischen Kriegen wie auch in Weltkriegen, und klagen die jeweiligen Teilnehmer und Propagandisten an als Händler in Menschenfleisch. Sie wecken zur Aktionen der Ausgebeuteten auf und erstreben ihre Organisation, an der Front wie im Hinterland, gegen ihre jeweiligen Regierungen und Militärkommandanten. Jede nationale Verteidigung – auch in ihrer Phase des Widerstands – verbirgt Ausbeutung und Unterdrückung. Der unmittelbare Feind ist für jedes Proletariat in seinem eigenen Land; ein vollständiger Angriff auf ihn ist eine Voraussetzung dafür, den Kampf des Proletariats in anderen Ländern zu entfesseln und gemeinsam die Zerstörung des Kapitalismus in der ganzen Welt zu vollziehen.

Zentralismus

Der Zentralismus ist der organisatorische Ausdruck der Idee der Einheit der proletarischen Klasse als universelles politisches Subjekt. In der Arbeiterklasse bedeutet „Zentralismus“ nicht das Anhängen eines formalen Prinzips, die Verteidigung einer bestimmten Typologie von Befehlsstrukturen. Und natürlich geht es nicht darum, die Macht auf eine einzelne Person oder Gruppe zu konzentrieren, sondern im Gegenteil, den Anwendungsbereich jeder Klassenkampforganisation auf alle ihre Mitglieder auszudehnen, den universellen Charakter widerzuspiegeln, dessen Herz unter jedem Klassenausdruck schlägt, und dies vor jeden Partikularismus, vor jedes Gefühl oder Vorurteil, vor jedes imaginäre Privileg oder jeder echten Unterdrückung zu stellen. Mit anderen Worten: Wenn es darum geht, Forderungen zu formulieren, zu organisieren und zu kämpfen, akzeptieren wir keine Abgrenzungen nach Nationalität, Geschlecht, Alter, Vertragsart oder etwas anderem. Jede Einberufung, Versammlung oder Militanz, die sich auf ein Geschlecht, eine Nationalität, eine Vertragsart, die Arbeiter einer einzigen Muttersprache oder einer anderen Abteilung beschränkt, schmälert damit seinen Klassencharakter.

Kommunistische Taktiken heute

Alle Fraktionen der Bourgeoisie, ob groß oder klein, unterdrückt oder unterdrückend, Markt- oder Staatskapitalistisch, sind heute reaktionär. Wir können mit keiner von ihr eine gemeinsame Front bilden. Staatseigentum ist kein Sozialismus. Das stalinistische Russland, das maoistische China, das castroistische Kuba oder das chávistische Venezuela waren nie sozialistisch, sondern Staatskapitalismen. Alle Nationalismen sind reaktionär. Seit einem Jahrhundert ist keine progressive nationale Befreiung mehr möglich. Sich unter eine Nationalflagge zu stellen, bedeutet, sich anzumelden für das Schlachthaus.
Die Gewerkschaften sind ein integraler Bestandteil des Staates. Der einzige Weg, die Kämpfe durchzuführen, ist die Selbstorganisation, die Ausweitung der Streiks und die Bildung von Ausschüssen, um diese untereinander zu koordinieren.

UNSERE TENDENZ

… gründete 1920 die Kommunistische Partei Spaniens und schuf 1930 die spanische Gruppe der Linken Opposition gegen den Stalinismus, dann die Kommunistische Linke Spaniens, die sich an der Gründung der Internationalen Opposition beteiligte und auch als Keimzelle und Referenz für die kommunistischen Linken in Argentinien (1933-43) und Uruguay (1937-43) diente.

… nahm die revolutionäre Position im Arbeiteraufstand vom 19. Juli 1936 ein und war die einzige marxistische Tendenz die am revolutionären Aufstand von 1937 in Barcelona teilnahm.

… wurde 1938 zur spanischen Sektion der Vierten Internationale und kämpfte seit 1943 gegen den Zentrismus in ihrer Mitte; sie verurteilte ihren Verrat am Internationalismus und ihr daraus folgendes Verlassen des Klassenterrains auf ihren zweiten Kongress (1948), was zum Bruch der letzten internationalistischen Elemente und zur Bildung der „Internationalen Arbeiterunion“ mit den Splittern führte. Ihre Grundpositionen erkannten das stalinistische Russland und seine Satelliten als Staatskapitalismus an und lehnten die stalinistische „Verteidigung der UdSSR“ ab, sowie die Möglichkeit einer fortschreitenden nationalen Befreiung und die Einheitsfronten mit Tendenzen wie die Sozialdemokratie oder Stalinismus, die Klassengrenzen überschritten hatten. Sie nahm die Kritik an der Gewerkschaft als einer in den Staatskapitalismus integrierten Struktur auf.

… hat sich seit 1952 auf der [Iberischen] Halbinsel eingepflantzt, und war die einzige internationalistische Tendenz in der Klandestinität in Franco’s Spanien. Nach einem schweren Zusammenbruch durch die Repression wurde sie von 1958 bis 1993 unter dem Akronym FOR („Fomento Obrero Revolucionario“) international neu organisiert.


Siehe auch:

Was macht eine politische Organisation bedeutend für den Klassenkampf?

 

 

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